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Erfahrungsbericht einer Holerestauration

by Smart
TEIL 1 (Teil 2 weiter unten)

Da ja sehr viele der neueren Geräte mit Kugelauswurflöchern mit Katapultmechanik ausgerüstet sind und bei diesen massive Abspielungen bis aufs Holz zur Tagesordnung ge­hören haben Sparxx und ich uns mal Gedanken gemacht wie man so was restaurieren könnte. Damit alle etwas davon haben wurde die ganze Aktion mit der Digicam dokumentiert um es besser zu veranschaulichen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen weiter.
Kritik oder Verbesserungsvorschläge hierzu sind natürlich jederzeit willkommen,ist ja schließlich unser "Erstversuch".

Als Beispielobjekt dient hier ein Data East Star Wars, der an beiden Kugelauswurflö­chern unter starkem Lochfraß leidet.

Zuerst ist es natürlich notwendig alle störenden Spielfeldaufbauten zu entfernen, damit man dann genügend Platz zum Arbeiten hat, ansonsten besteht akute Verletzungsgefahr.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen nach jedem abgebauten Teil ein neues Bild von der Stelle zu machen, das erleichtert den Zusammenbau dann ungemein. Lieber etwas großzü­giger abbauen, ansonsten sind Schnittwunden unvermeidlich (ja, so eine Metallrampe kann sehr scharfkantig sein).

Außerdem bietet es sich in diesem Moment an auch mal etwas unzugängliche Stellen gründlich zu reinigen. Nach dem Entfernen aller störenden Aufbauten sollte das ganze dann so aussehen.

Jetzt ist es noch notwen­dig, die Mechanik unter dem Playfield zu demontie­ren.

Zuerst die Spule, dann die Kugelführung entfernen. Diese sollte dann natürlich auch gleich auf das Gründlichste gereinigt werden, da sich dort im Laufe der Zeit erfahrungs­gemäß sehr viel Schmutz ansammelt, der natürlich dann bei jedem Kugel­durchlauf an der Kugel hängen bleibt und dement­sprechend wieder aufs Playfield gelangt.

Leider habe ich hierzu kein Bild, da sich dieses aus mir unbekannten Gründen partout nicht auf den Rechner übertragen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

Nun ist das Kugelauswurfloch völlig freigelegt und wir können mit der Bearbeitung be­ginnen. Zuerst einmal alles gründlich mit Spiritus oder ähnlichem reinigen, damit das ganze fettfrei wird. Danach die Abspielungen mit Sandpapier anschleifen, dabei allerdings mit Be­dacht vorgehen um nicht die noch intakte Spielfläche mit abzuschleifen.

Jetzt beginnt die eigentliche Restauration.

Hierzu haben wir
Holz­re­pa­raturspachtel­masse der Firma Molto verwendet, die man in jedem gut sortierten Bau­markt bekommt. Es gibt zwar noch einige Alter­nativprodukte dazu, aber diese schien am geeig­netsten zu sein, da es sich um ein Fertigpro­dukt handelt, das heißt es ist kein Mischen oder An­rühren oder ähnliches mehr notwendig.

 

Die Spachtelmasse lässt sich mit einem alten Messer oder einem klei­nen Spachtel gut auftragen und bearbeiten. Man sollte allerdings darauf achten nicht zuviel aufzutragen, sonst macht man sich nur hin­terher mehr arbeit beim Abschleifen.

 

Das Ganze sieht dann etwa so aus:

Nach etwa 12 Stunden ist die Spachtelmasse trocken und hart wie Holz und lässt sich auch dementsprechend bearbeiten. Mit Schleifpapier wird die ausgebesserte Stelle dann glatt geschliffen (nicht nass schleifen, sonst wird die Masse wieder spröde!!!).
Auch sollte man darauf achten, dass keine Grate überstehen an denen die Kugel hängen bleiben könnte, am besten das Schleifpapier um einen kleinen Holzklotz wickeln um einen gerade und ebene Oberfläche zu erhalten

So sollte das ganze etwa aussehen, bevor man mit der Farbrestauration beginnt.

Zur Farbrestauration verwenden wir Modellbaufarben der Firma Rewell, die man in je­dem Kaufhaus oder gut sortierten Spielwarengeschäft bekommt. Um einen sauberen Kan­tenverlauf der Farben zu erhalten haben wir die Stellen mit Post-It Zetteln abgeklebt. Diese lassen sich rückstandsfrei wieder ablösen. Von Klebeband oder Tesafilm würde ich in die­sem Falle abraten, da es zum einen wesentlich stärker klebt als die Post-It Dinger und da­durch die Spielfläche beschädigen könnte und zum anderen bei durchsichtigem Tesafilm der Kantenverlauf schlecht sichtbar ist beim Malen.

Nun wird mit einem geeigneten Pinsel die Farbe gleichmäßig aufgetragen. Wir haben uns dazu entschieden auch die unbeschädigten Stellen des schwarzen Randes zu überma­len um einen gleichmäßigen Farbverlauf zu erhalten. Die Farbe darf ruhig etwas dicker auf­getragen werden, da sowieso nachgeschliffen wird.

Nach dem Malen des schwarzen Randes sieht das ganze jetzt so aus.

 

So, jetzt muss die aufgetragene Farbe erst einmal gründlich trocknen, bevor man weiterarbeiten kann. Das gilt natürlich auch wenn noch weitere Farben aufgetragen werden müssen, ansonsten kann es zu ungewollten Farb­verläufen kommen.

Aus diesem Grunde ist für heute auch hier Schluss, weitere Bilder folgen sobald die nächsten Arbeiten abge­schlossen sind. Wie haltbar und standhaft die Restaura­tion letztendlich ist, wird sich allerdings wohl erst in eini­gen Wochen zeigen wenn das Gerät wieder normal be­spielt wird. Ich werde euch aber diesbezüglich auf jeden Fall auf dem laufenden halten

 

Zur Linken sehen wir einen hochkonzentrierten Sparxx bei der Arbeit .

 

 

 

TEIL 2

Die Bilder vom Abschleifen und nochmaligem Auftragen der Farbe spare ich mir, dürfte wohl jedem klar sein. Was die Langzeithaltbarkeit der benutzten Holzspachtelmasse betrifft: Ich hatte bzw.habe hier auch meine Bedenken und genau aus diesem Grunde war von An­fang an geplant einen Protektor einzusetzen aber auch hier wird erst die Langzeiterfahrung zeigen wie praktikabel die Lösung wirklich ist.

Mein Hauptaugenmerk liegt hier vor allen Dingen auf einer einfacher Realisierung sowie Austauschbarkeit, und aus diesen Gründen habe ich die folgende Lösung gewählt:

Im örtlichen Baumarkt bin ich auf so genannte Bastelprofile gestoßen, diese gab es in diversen Ausführungen, Größen und Materialien (Kunststoff, Alu und Messing).
Ich habe mich für ein schwarzes Kunststoffprofil mit den Maßen 100 mm x 15 mm x 15 mm in der Stärke 1,2 mm entschieden, weil die Metallausführungen zum einen vermutlich durch den häufigen Kontakt mit der Stahlkugel relativ schnell unansehnlich werden und zum zwei­ten mit normalem Werkzeug nur schwierig zu bearbeiten sind. Außerdem ist es auch die billigere Lösung (1,79 Euro gegenüber etwa 5 Euro für die Metallausführungen).

Ich bin dann wie folgt vorgegangen: Als erstes wurde die Öffnung auf dem Playfield millimetergenau vermessen, die drei zu schützenden Kanten zusammenaddiert und ein Stück der entsprechenden Länge vom Kunststoffprofil abgeschnitten (am besten mit einem scharfen Messer etwas anritzen und dann mit dem Seitenschneider sauber abzwicken).
Nun wiederum mit einem Lineal die drei Kantenlängen abmessen und AUF NUR EINEM Schenkel durchschneiden. Auf dem anderen Schenkel wird wiederum mit einem Messer nur leicht eingeritzt, dann lassen sich die Profile nämlich problemlos um 90 Grad umbiegen ohne zu brechen. Auf dem Bild ist übrigens noch der Erstversuch bzw. Prototyp zu sehen, der tat­sächlich verwendete ist natürlich wesentlich akkurater gearbeitet.

Danach habe ich das Teil provisorisch in das Hole eingesetzt und die Bohrlöcher mar­kiert, der Protektor wird nämlich einfach unter die Kugelauswurfmechanik gesetzt und da­durch gehalten. Um den Protektor genau mit der Kante der Spielfläche abschließen zu las­sen habe ich vorher noch mit Holzleim mehrere Unterlegscheiben unter der Spielfläche rund ums Loch geklebt, auch um eine gleichmäßige Auflagefläche zu erhalten. Nicht vergessen evtl. noch Ausschnitte an den Kanten des Protektors für "umliegende" Schrauben vorzuneh­men.

So sieht das ganze dann aus der Sicht von unten aus:

und hier das fertige Endprodukt

 und das ganze noch mal von vorne ...

 und hier zum Vergleich mal das noch unbearbeitete Hole auf der anderen Seite

Inwieweit diese Lösung langzeittauglich ist kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, aber optisch sieht es meiner Meinung nach super aus (kommt auf den Bildern leider nicht so recht rüber).

Ich werde euch aber weiterhin auf dem Laufenden halten.

 

Gruß, Udo

Seite zuletzt geändert am: 27.01.2012, 09:24 von Dr. Jones
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